Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Bau eines von Schülern und Lehrern geplanten Niedrigenergiehauses
Die ersten Überlegungen zu dem Projekt ,,Ökohaus Wöhlerschule“ fanden im Frühjahr 1991 statt. Es war vor allem die Vorstellung, auf dem eigenen Schulgelände mit dem Bau eines modellhaften Niedrigenergiehauses Lösungswege aus der befürchteten Klimakatastrophe nicht nur zu diskutieren, sondern gemeinsam zu realisieren, welche die Mitglieder der ÖkologieAG dazu motivierte, ohne einen Pfennig Geld den Bau eines ,,Ökohauses“ zu planen. In der ersten Phase wurden zahlreiche Mitglieder der Schulgemeinde, Schüler, die Schulleitung, das Kollegium Eltern und der Förderverein für die Unterstützung oder die Mitarbeit gewonnen. Die Planungsarbeiten wie z.B. die Festlegung des Grundrisses, die Architektur des Hauses, das Raumprogramm und die Auswahl der verwendeten Materialien lagen zu Beginn des Projektes ausschließlich in den Händen der Schüler und Lehrer der Öko-AG.
Ende 1997 begann der Bau des Hauses. Es ist nicht unterkellert, deshalb ist die wärmedämmende Gasbeton-Bodenplatte mit einer 10cm dicken Korkschüttung gegen das Erdreich isoliert. Die dazu benötigten Korken, ca. 20 m3, wurden zur Hälfte von der gesamten Schulgemeinde gesammelt. Aus Demonstrationsgründen werden überall im Haus verschiedene Dämmstoffe verwendet: Zellulose, Baumwolle, Mineralfasern, Kork, Kokosfasern. Die Südseite des Hauses ist großflächig verglast, um durch eine passive Nutzung der Sonnenenergie wertvolle Heizenergie einsparen zu können. Der Energieeinsparung dient auch eine Wärmerückgewinnungsanlage. Eine Photovoltaikanlage, Sonnenkollektoren und ein kleiner Windgenerator zeigen die Möglichkeiten regenerativer Energieversorgung auf.
Mit der Fertigstellung des Hauses im Herbst 1998 begann die 2. Phase des Projektes: Das ,,Ökohaus Wöhlerschule“ entwickelt sich zu einem Lernort und Informationszentrum für die Schüler und Eltern der eigenen Schule, für Schulklassen benachbarter Schulen, für den ganzen Stadtteil. Dafür werden zahlreiche Schaukästen mit Informationen über Niedrigenergiehaus- und Solartechnik sowie über die verwendeten Materialien einge-richtet. Schon in der Planungsphase des Ökohauses wurden einzelne Teilprojekte in den regulären Unterricht hinein getragen, so daß heute vor allem im Fach Physik ein Ausbildungsschwerpunkt bei den Themen Niedrigenergiehaus, Energieeinsparung und regenerative Energien entstanden ist.
Aufwand, Übertragbarkeit:
Über viele Jahre hinweg war eine Planungsgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrern regelmäßig mit Planung, Bau und Einrichtung des Hauses beschäftigt. Das gesamte Projekt hat ca. 900.000 DM kosten. Die Finanzierung erfolgte zu einem Teil durch Eigenmittel, die auf Veranstaltungen oder durch Spenden gewonnen wurden. Fast 2/3 des Gesamtbetrages stellte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zur Verfügung. Das Hochbauamt der Stadt Frankfurt erbrachte die Architektenleistungen kostenlos. Durch Eigenleistungen von Schülern, Lehrern, Eltern und den Hausmeistern beim Bau des Hauses konnte der Geldbedarf weiter reduziert werden.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. März 2010 um 21:05 Uhr