Lehrergalerie
Ein Projekt mit Schülern der 11. und 12. Jahrgangsstufe
von Gunther Sichelschmidt, Iran Sandoghdar und Andres Balser
‚Die Wöhlerschule zeigt Gesicht’
Zeichnungen: Portraits des Kollegiums 2007
Idee/Text: Gunther Sichelschmidt
Die Ausstellung wurde am 26. Oktober 2007 eröffnet, dem Tag, an dem die Wöhlerschule ihr 50-jähriges Jubiläum am Dornbusch feierte, der Gedenkgarten wiedereröffnet, die Mensa eingeweiht, die Wöhlerschule zur anerkannten Unesco-Projektschule ernannt wurde, das Ensemble der neuen und frisch renovierten Gebäude die schönste Wöhlerschule bisher zeigte und die Campusidee suggeriert.
Die Wöhlerschule zeigt Gesicht mit den Porträts ihrer Lehrerinnen und Lehrer.
So wird in dieser Ausstellung zum Ausdruck gebracht, dass die Lehrerinnen und Lehrer die tragende Säule der Schule sind und dass sie sich den Eltern und Schülern, der Öffentlichkeit stellen und öffnen.
Nicht wenige sind seit ca. 30 Jahren an dieser Schule, ihr halbes bisheriges Leben.
Alle, die das Kollegium 2007 bilden, und natürlich auch alle, die dort vorher gelehrt haben und unvergessen sind, haben mitgeholfen, die Wöhlerschule zu einer respektablen in der Stadt anerkannten Schule zu gestalten.
Während der 50 Jahre am Dornbusch gab es viele gesellschaftliche und kulturpolitische Veränderungen, auch viele Irrungen und Wirrungen. Dies ist in der schönen Festschrift ‚Wöhlers Wilde Gärten – 50 Jahre Wöhlerschule am Dornbusch’ informativ dargelegt und noch käuflich zu erwerben.
Deutlich wird bei allem: Schule ist Lehrerschule. Die Lehrerinnen und Lehrer sind die tragende Konstante der Schule – auch in ihrer Fehlbarkeit und mit ihren Defiziten.
Der Lehrer muss aber stark und unangreifbar sein, dabei menschlich, höflich, warmherzig, professionell und äußerst kompetent, dazu ein unverwechselbares Individuum.
Es ist ein komplexes, permanent im Schulalltag öffentlich überprüftes Anforderungsprofil, dem es standzuhalten gilt.
Der Berufsstand des Lehrers hat in den vergangenen Jahrzehnten viel von seinem gesellschaftlichen Stellenwert eingebüßt. Dies zu differenzieren würde an dieser Stelle zu weit führen.
Ein Wertewechsel deutet sich jedoch in der Bildungsgesellschaft an.
So ist es auch Sinn der Ausstellung wachsendes Selbstbewusstsein zu nähren und gleichzeitig Anstoß zu geben, die wechselnden Anforderungen an diesen Berufsstand im Sinne fortschreitender, sich ändernder Professionalisierungsansprüche zu reflektieren.
In der Schule ist das Verhältnis von Schülern und Lehrern leider oft auch eher ein Gegeneinander als ein Miteinander. Deshalb können Lehrer in der Schule selten ihr Bestes geben.
Da die Gruppe Klasse, die in der Regel immer zu groß ist und damit entindividualisisert wird, Schwächen der Lehrer ausnutzt, kann sich der pädagogische Idealismus und Impetus oft in eine raue Schale, autoritäres Verhalten oder sich selbst verteidigenden Zynismus wandeln.
Die Schülerporträts, die in dieser Ausstellung in die Lehrerporträts eingebettet sind, stehen aber für das Miteinander, das zum Glück überwiegt.
Der Lehrer ist für die Schüler auch wichtige Bezugsperson. Ist diese Beziehung gestört, wird Schule problematisch.
Aber Freude und Spaß an der Schule, am Lehren und Lernen soll im möglichst hohen Maße für alle erhalten bleiben, damit Schule ein wirklich positives gesellschaftliches Feld besetzen kann.
Das ist schwierig genug.
Weit nach der ‚Lehrer-Schüler-Schule’ ist Schule von außen gestaltete Institution, in der das Lehr- und Lernleben für alle interessanter gemacht werden könnte.
Die Wöhlerschule hat traditionell ein Kollegium, das weiträumig allen modernen Entwicklungen und Methoden aufgeschlossen gegenüber steht und diese dann auch für den Unterricht wirksam macht.
Wenn es dennoch zähneknirschend politische Provisorien in den Schulalltag umsetzen muss, ist es dabei weitgehend schlagwortimmun, nicht kontaminiert von schnellen Paradigmenwechseln und frei davon, sich jeder pädagogischen oder politischen Veränderung ohne Not anzupassen.
Zuletzt aktualisiert am Montag, 25. Januar 2010 um 12:40 Uhr