G8

G8 an der Wöhlerschule

Warum wurde G 8 eingeführt?
In Deutschland sind die Akademiker im Durchschnitt erheblich älter, wenn sie nach Beendigung des Studiums Stellen suchen. Gerade im Zeitalter der Globalisierung könnte dies in Zukunft ein noch größeres Problem darstellen als sich es z.Zt. schon zeigt. Natürlich gibt es auch Gründe gegen G 8, aber der oben genannte Aspekt schien den Kultusministerien der Länder so gewichtig, dass in fast allen Bundesländern, in denen bisher das  Abitur nach 13 Schuljahren abgelegt wird, beschlossen wurde, die Gymnasialzeit um ein  Jahr zu verkürzen (daneben wird über  Straffung der Studiengänge und ein früheres Einschulungsalter diskutiert).


Was bedeutet G 8?
Bei G 8 wurde die 10. Klasse gestrichen, die Stunden der 10. Klassen wurden weitgehend auf die Klassen 5 – 9 verteilt,  z.T. auch in die Grundschulen und in die neuen Klassen 10, die dann die erste Jahrgangsstufe der Oberstufe bilden. Folge ist, dass es ab den 6. Klassen Nachmittagsunterricht gibt.

Einführung von G 8 in Hessen
In Hessen wurde G 8  zu den Schuljahren 2005/06 und 2006 / 07 eingeführt. Eine Splittung auf zwei Jahre erfolgte, damit nicht zwei komplette Abiturjahrgänge ( bei Einführung 2005 im Jahr 2013 ) in die Universitäten und auf den Lehrstellenmarkt drängen. Damit dieses Problem noch weiter entschärft wird, konnten Schulen den Antrag stellen, schon zum Schuljahr 2004 / 05 mit G 8 zu beginnen.

Die Situation an der Wöhlerschule
Gesamtkonferenz und Schulkonferenz der Wöhlerschule haben mit sehr großer  Mehrheit beschlossen, G 8 schon zum Schuljahr 2004 / 05 einzuführen. Der Schulelternbeirat – der angehört werden muss - hat ebenfalls mit sehr großer Mehrheit nach intensiver Diskussion die Empfehlung ausgesprochen, G 8 schon im Jahr 2004 einzuführen.
Allerdings war Teil unseres Konzepts,  zusammen mit G8  die erste Phase einer  „Ganztagsschule“ einzurichten. Von einem Arbeitskreis Ganztagsschule war schon vor der Diskussion um G 8 ein allseits anerkanntes  Konzept erstellt worden.  Aus diesem Antrag bekamen wir die Mensa finanziert, was schon sehr wichtig war. Aber die Aufnahme in das Programm „Ganztagsschule nach Maß“ wurde nicht genehmigt, da die politische Entscheidung fiel, in den Jahren von 2005 bis 2008 in Frankfurt nur Grundschulen aufzunehmen.
Damit waren aber einige Probleme verbunden, z.B. die Frage der Mittagsbetreuung. Dank des Engagements der Vorsitzenden des Schulelternbeirats zusammen mit anderen Eltern konnten wir bis zur Fertigstellung der Mensa wenigstens eine behelfsmäßige Lösung für die Mittagsverpflegung finden. Andere Probleme blieben. Die Wöhlerschule stellt nun  im Frühjahr zum dritten Mal den Antrag, als Ganztagsschule anerkannt zu werden und die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Erfahrungen aus vier Jahren G 8
Unsere derzeitigen neunten Klassen sind bereits G 8 – Klassen. Entgegen manchen Befürchtungen wirkte sich G 8 bisher nicht so aus, dass viele Schülerinnen und Schüler die Versetzungen nicht schafften. Allerdings haben Eltern gemeinsam mit Lehrkräften festgestellt, dass G 8 in der derzeitigen Form für die Kinder eine hohe Belastung darstellt. Wenn Achtklässler 34 bis 36 Wochenstunden mit einem dicht gedrängten Lehrplan und Hausaufgaben haben, bleibt sehr wenig Zeit für andere Aktivitäten, z.B. in Sportvereinen. Es bleibt auch für die Lehrkräfte wenig Zeit, Stoff in Ruhe mit den Kindern zu wiederholen oder überhaupt Ruhephasen in den Unterricht einzubauen. Deshalb haben wir - Schulleitung, Kollegium und Eltern - an der Wöhlerschule in Übereinstimmung Maßnahmen ergriffen:

- In der zweiten Hälfte der fünften Klassen gibt es Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler, die in einem Fach aufholbare Lücken haben. In den sechsten Klassen gibt es dann bei Bedarf eine solche Förderung in den zweiten Fremdsprachen.
- In die Stundenpläne wurden wesentlich mehr Doppelstunden eingebaut, damit die Anzahl der Fächer an Tagen mit vielen Schulstunden möglichst gering bleibt, was Rückwirkungen auf die Hausaufgaben und die Zahl der mitzuschleppenden Bücher hat.
- Innerhalb der  Lehrerteams der einzelnen Klassen sollen Absprachen stattfinden, damit es nicht zu einer Häufung von Hausaufgaben an bestimmten Tagen oder von Klassenarbeiten in bestimmten Zeiten kommt.
- Die Fachkonferenzen der Wöhlerschule erarbeiten innerschulische Lehrpläne mit dem Ziel, innerhalb der vorgegebenen Lehrpläne Prioritäten zu setzen und eine allzu große Hektik aus dem Unterrichtsalltag heraus zu nehmen.
- Übereinstimmend  folgen an der Wöhlerschule Kollegium, Schulleitung und Eltern nicht den Empfehlungen  des Kultusministeriums, in den sechsten Klassen Unterricht nur an einem Nachmittag und ab den siebten Klassen maximal an zwei Nachmittagen einzurichten. Gründe sind, dass dies kontraproduktiv im Hinblick auf unsere  Konzeption in Richtung Ganztagsschule wäre – z.B. in Richtung Rhythmisierung des Unterrichts -  und dass der Unterricht an den einzelnen Tagen dann weiter in den Nachmittag hinein reichen würde.

Januar 2008     Norbert Rehner, Schulleiter

 
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