Ethik

Ethik

Das Fach Ethik ist in der Wöhlerschule ein relativ neues Fach. Seit diesem Schuljahr wird Ethik von der fünften bis zur zwölften bzw. dreizehnten Jahrgangsstufe angeboten. Gerade mit der G8-Reform des Gymnasiums waren wichtige Veränderungen nötig.
Das Fach Ethik hat es bisher erfolgreich geschafft, ein angemessenes schulinternes Curriculum zu erstellen und dieses den Veränderungen und Bedürfnissen der Schullandschaft anzupassen. Zu nennen ist die Einführung des verkürzten Abiturs (G8) und das Landesabitur. Aber auch in der Unter- und Mittelstufe sind verschiedene Projekte ins Leben gerufen worden, die manchmal auch nur einmalig waren, aber immer für die SchülerInnen lehrreich und bei diesen häufig nachhaltigen Eindruck hinterließen.

Ein gelungenes Beispiel dafür ist der Abrahamische Trialog. Im Jahre 2009 wurde erstmals ein Abrahamisches Team, bestehend aus einer Jüdin, einer Christin und einer Muslima, in die Aula der Woehlerschule eingeladen, um mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 einen Abrahamischen Trialog zu führen. Der Trialog soll ein fester Bestandteil der Auseinandersetzung der SchülerInnen mit dem Thema Religion/Religionskritik werden, welches der Lehrplan für den Ethikunterricht der Jahrgangsstufe 11.2 verbindlich vorsieht. Die Referentinnen wurden vom Interkulturellen Rat in Darmstadt vermittelt, durch welchen die Idee der Abrahamischen Teams unter anderem als Folge der aus den Attentaten des 11. September 2001 resultierenden Angst vor dem Islam initiiert wurde. Ziel der Abrahamischen Trialoge ist es, durch öffentlich gelebten interreligiösen Dialog der Irrationalität und Intoleranz zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen entgegenzuwirken, Vorurteile zu bekämpfen und gerade Jugendlichen zu zeigen, dass ein toleranter und respektvoller Umgang von Vertretern verschiedener Religionen nicht nur möglich, vielmehr im Schriftgut und in der Tradition dieser Religionen verankert ist. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dabei die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich ihrerseits an dem Dialog der Religionen zu beteiligen.

Auch der Einsatz Neuer Medien hat im Fach Ethik Bedeutung erlangt. Als Beispiel kann hier das Unterrichtsvorhaben „Religiopolis“ genannt werden, dass inzwischen in allen Kursen der sechsten Jahrgangsstufe angeboten wird. Die Lernsoftware Religiopolis soll den komplizierten Unterrichtsstoff „Riten der Weltreligionen“ begreifbar – im Sinne von anfassen – machen. Nach zahlreichen Erkundungen über Programme die im Fach Ethik einsetzbar sind, kristallisierte sich heraus, dass die einzig ansprechende Software auf dem Markt „Religiopolis“ ist. Erst durch die Förderung der Deutsche Telekom Stiftung, im Rahmen des Projekts "Schule interaktiv" wurde die Benutzung des Programm Religiopolis an der Wöhlerschule möglich. Was aber ist Religiopolis?
Religiopolis ist ein zusammengesetztes Wort aus Religion und Metropole. Es beschreibt, was der Benutzer des Computerprogramms zu erwarten hat. Der Benutzer kann auf Erkundungsgängen durch die virtuelle Stadt Religiopolis eine Fülle von Einzelheiten über Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam, sowie über Lebens- und Glaubensgewohnheiten, Riten und Geschichte der jeweiligen Religion erfahren
Dabei gehen alle Informationen von Alltags- und Lebensgewohnheiten aus, die für Kinder und Jugendliche nachvollziehbar sind. Beispielsweise wird gezeigt wie eine christliche Familie Weihnachten feiert, der Besuch einer jüdischen Hochzeit, eines islamischen Friedhofs, eines buddhistischen Tempels und es werden Einblicke in das Leben einer Hindufamilie gegeben.
Und was bringt Religiopolis dem Ethikunterricht?
Die Schülerinnen und Schüler brauchen gerade in jungen Jahren eine sinnliche, eine begreifbare Auseinandersetzung mit der Welt und nicht eine abstrakte, nur auf Texten basierende. Genau dies kann die Schule, d.h. der Ethikunterricht, beim Thema Religion nicht leisten. Bei einem Umfang von 14 Stunden für die Unterrichtsreihe ist es nicht möglich, alle Gotteshäuser der fünf Weltreligionen zu besuchen oder Vertreter in die Schule einzuladen. Das Computerprogramm Religiopolis bietet eine zwar nicht anfassbare, aber doch erfahrbare „Wirklichkeit“ und eine Fülle von Informationen. Es bietet zudem eine multimedial gut aufgearbeitete „Landschaft“ in der die Informationen durch Bilder, Filmausschnitte und Hörbeiträge anschaulich gemacht werden. Natürlich bleiben die realen Besuche von Gläubigen in der Schule oder Exkursionen zu Glaubensstätten ein unerlässlicher Aspekt des Ethikunterrichts, aber Religiopolis leistet einen wichtigen Beitrag die Weltreligionen begreifbar zu machen.

Als Nebenprodukt des Ethikunterrichts ist die Philosophie-AG entstanden. Sie besteht nun seit über vier Jahren in der Wöhlerschule. Ausgangspunkt jedes Themas sind Fragen und/ oder Wünsche der SchülerInnen. Verschiedene Themen, wie z.B. Bioethik, Straftheorien, Logik, politische Philosophie und Tod, haben wir uns gewidmet. Das Ziel der Philosophie-AG ist das Philosophieren selbst.

Der Ethikunterricht leistet damit einen wichtigen Beitrag für das gute Klima an der Wöhlerschule, auch oder gerade weil die Ziele und Inhalte des Ethikunterrichts häufig nur schwer überprüfbar sind.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 24. Januar 2010 um 11:48 Uhr

 
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